Bevor neue Energiequellen hinzukamen, hatten die Netzdisponent*innen im Wesentlichen mit vorhersehbarer Stromerzeugung aus thermischen Kraftwerken zu tun. Mit dem zunehmenden Anteil von Wind- und Solarenergie kam es zu zufälligen Schwankungen bei der Stromerzeugung, sodass es immer schwieriger wurde, den Einsatzplan allein mit menschlichem Verstand und Erfahrung zu erstellen – und so wurde die KI zum „Gehirn“ der Netzsteuerung.

I. Was macht KI im Stromnetz?

Erstens: Prognosen – Prognosen zur Wind- und Solarstromerzeugung sowie zur Last, um genau zu berechnen, „wie viel morgen ungefähr erzeugt und verbraucht wird“; zweitens: Optimierung – die Ermittlung der optimalen Einsatzplanung aus Zehntausenden regelbaren Ressourcen; Drittens die Frühwarnung: Rechtzeitige Benachrichtigung, wenn Anlagen kurz vor dem Ausfall stehen; viertens die Aggregation: Die Zusammenführung verstreuter Dach-PV-Anlagen, Elektrofahrzeuge und Energiespeicher zu einem virtuellen Kraftwerk, das einheitlich gesteuert wird.

Abschnitt Traditionelle Vorgehensweise Mit KI-Unterstützung
Leistungsprognose Erfahrung + Statistik Maschinelles Lernen mit hoher Genauigkeit
Disposition Praktische Erfahrung Globale Optimierung
Nachfragesteuerung Einheitliche Anweisung Personalisiert, in Echtzeit
Geräteverwaltung Regelmäßige Inspektionen Vorausschauende Instandhaltung

II. Wie kann man vermeiden, dass jede Kilowattstunde Strom verschwendet wird?

Wenn die Prognosen zutreffen, lassen sich die Ausfälle bei Wind- und Solarstrom auf ein Minimum reduzieren; bei optimaler Netzsteuerung wird zunächst der günstige Strom eingespeist und der teure erst später; in Kombination mit Lastmanagement und der Interaktion zwischen Fahrzeugen und Stromnetz laden sich Elektroautos in den Tieflastzeiten auf und geben in den Spitzenzeiten Strom zurück, wodurch jedes einzelne Fahrzeug zu einer mobilen Ladestation wird. Teslas „Autobidder“ ist ein Beispiel dafür, wie ein solches Konzept im Ausland bereits erfolgreich umgesetzt wird.

3. Es ist kein bloßes i-Tüpfelchen

Da der Anteil erneuerbarer Energien immer weiter zunimmt und sich das Stromnetz von „stabilen Quellen + regelbaren Lasten“ zu „schwankenden Quellen + flexiblen Lasten“ wandelt, wäre die Systemsteuerung ohne KI – ein Werkzeug, das riesige Datenmengen in Echtzeit verarbeiten kann – kaum noch möglich. Sowohl State Grid als auch China Southern Power Grid treiben in den letzten Jahren die KI-gesteuerte Netzsteuerung voran, und die Richtung ist bereits klar abgesteckt.

KI ist im Bereich der neuen Energien kein bloßer Werbegag, sondern die grundlegende Voraussetzung dafür, dass ein neues Stromversorgungssystem tatsächlich funktionieren kann.

Damit jede Kilowattstunde Strom optimal genutzt wird, ist nicht ein einzelner Generator entscheidend, sondern ein Netz, das selbstständig denkt.